Meditation für Anfänger: 5 einfache Übungen für den Alltag

Meditation ist keine Technik, die man „schafft“, sondern eine Übung, zu der man immer wieder zurückkehrt. Regina, unsere Lehrerin, meditiert seit ihrem zwölften Lebensjahr. Diese fünf Übungen sind ein guter Anfang — fünf Minuten am Tag genügen.

Von der Redaktion Yoga Escape · Veröffentlicht · 3 Min. Lesezeit

Frau meditiert auf einem Teppich im FreienFrüheres Retreat

Was Meditation ist — und was nicht

Meditieren heisst nicht, an nichts zu denken. Es heisst, die Aufmerksamkeit bewusst auf etwas zu richten — den Atem, den Körper, einen Klang — und freundlich dorthin zurückzukehren, wenn sie abschweift. Gedanken kommen weiter. Du lernst nur, ihnen nicht jedes Mal zu folgen.

Was die Forschung sagt

Laut dem US-amerikanischen National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH) deuten Studien darauf hin, dass Meditation und Achtsamkeitsprogramme bei Stress, Angst- und Depressionssymptomen helfen können. Die Qualität der Studien ist unterschiedlich, und Meditation ist kein Ersatz für eine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung.

Übung 1: Atemzüge zählen

Setz dich aufrecht hin, Augen geschlossen oder halb offen. Zähle jeden Ausatem: eins, zwei, drei … bis zehn, dann wieder von vorn. Verlierst du den Faden, beginnst du bei eins. Ohne Ärger — das Zurückkommen ist die Übung.

Übung 2: Body Scan

Lenke die Aufmerksamkeit langsam durch den Körper: Füsse, Beine, Becken, Bauch, Brust, Schultern, Arme, Nacken, Gesicht. Bemerke, was da ist — Wärme, Spannung, Kribbeln — ohne etwas ändern zu wollen. Gut am Abend vor dem Einschlafen.

Übung 3: Gehmeditation

Geh sehr langsam, zehn Schritte hin, zehn zurück. Spür, wie die Ferse den Boden berührt, wie das Gewicht rollt, wie der Fuss sich hebt. Ideal, wenn Stillsitzen schwerfällt — und bei jedem Waldspaziergang möglich.

Übung 4: Ein Mantra wiederholen

Wähle ein kurzes Wort oder eine Silbe, etwa „Om“ oder „Ruhe“. Wiederhole es innerlich im Rhythmus des Atems. Mantras geben dem Geist etwas zu tun und sind in der yogischen Tradition eine der ältesten Formen der Meditation.

Übung 5: Offenes Gewahrsein

Sitz still und richte die Aufmerksamkeit auf nichts Bestimmtes. Nimm wahr, was kommt — Geräusche, Gedanken, Empfindungen — und lass es weiterziehen wie Wolken. Diese Übung fällt leichter, wenn du die anderen schon eine Weile geübt hast.

Typische Hindernisse

  • „Ich habe keine Zeit“: Verknüpfe die Übung mit etwas, das du ohnehin tust — nach dem Zähneputzen, vor dem ersten Kaffee.
  • „Ich werde unruhig“: Probier Gehmeditation oder verkürze auf drei Minuten.
  • „Ich schlafe ein“: Setz dich aufrechter hin oder übe am Morgen.

Meditation auf einem Retreat vertiefen

Allein zu Hause bleibt Meditation oft bei fünf Minuten. In einer Gruppe, an einem stillen Ort und mit Anleitung fällt es leichter, länger sitzen zu bleiben. Auf unseren Retreats beginnt jeder Tag mit Meditation — auf der Schweibenalp im Tempel.

Häufige Fragen

Wie lange sollte ich als Anfänger meditieren?

Fünf bis zehn Minuten täglich sind ein guter Anfang. Regelmässigkeit ist wichtiger als Dauer.

Muss ich im Lotussitz sitzen?

Nein. Ein Stuhl oder ein Kissen genügt. Wichtig ist eine aufrechte, entspannte Haltung.

Wann ist die beste Zeit zum Meditieren?

Viele üben am Morgen, bevor der Tag beginnt. Die beste Zeit ist die, zu der du es tatsächlich tust.

Quellen und weiterführende Links